Einmal im Leben nach Israel reisen, einmal Jerusalem und die Heiligen Stätten sehen - diesen Wunschtraum erfüllten sich die 27 Teilnehmer der diesjährigen Kundenreise der Raiffeisenbank Vogelsberg eG.

 

Von Tel Aviv aus startete die zehntägige Rundreise in die Wüste Negev. Das wunderschöne und eindrucksvolle Wüstendreieck des Negevs umfasst den größten Teil des südlichen Israels. Die großen Erosionskrater mit ihren gefärbten Erd- und Gesteinsschichten leuchten je nach Tages- und Jahreszeit, in den unterschiedlichsten Rot- und Gelbtönen. Sie gehörten wohl zu den besonderen Highlights dieses Tages. Der Besuch in einem Beduinenlager gewährte Einblicke in das Leben von Nomaden, die noch bis vor wenigen Jahren nach den alten Sitten und Gebräuchen ihrer Vorfahren lebten. Etappenziel des ersten Tages war das Tote Meer, das mit 396 Meter unter dem Meeresspiegel als der tiefstgelegene Binnensee der Erde gilt. Hier hatten die Reiseteilnehmer die Gelegenheit, in dem besonders mineralstoffreichen Wasser zu baden oder besser gesagt, sich einfach „tragen“ zu lassen.

 

Ein Besuch des gewaltigen Felsenmassivs von Massada und den Ausgrabungsstätten von Qumran, bekannt für seine Funde alter Bibelhandschriften, setzte das Studienprogramm am nächsten Tag fort. Auf der Weiterfahrt durch das landschaftlich reizvolle Jordantal Richtung Norden zum See Genezareth darf ein Abstecher zur antiken Stadt Bet Shean natürlich ebenfalls nicht fehlen. Die Stadt war schon in frühester Zeit berühmt für ihre vorbildliche Stadtplanung und ihre Einkaufsstraßen. Durch die umfangreichen Ausgrabungen und Restaurierungen kann man auch heute noch die besondere Ausstrahlung der Stadt spüren.

 

Der See Genezareth und allgemein Galiläa nehmen in den Evangelien als erster Wirkungsbereich Jesu eine wichtige Rolle ein. So standen die nächsten Tage ganz im Zeichen der heiligen Stätten rund um den See. Tabgha mit der Brotvermehrungskirche, der Berg der Seligpreisungen, wo Jesus die Bergpredigt hielt, Nazareth mit der Verkündigungskirche und die Ausgrabungen von Kapernaum prägten sich tief in die Erinnerungen ein, ebenso wie ein Spaziergang zum Berg Arbel, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf den See Genezareth, die Golanhöhen und Unter-Galiläa erhält.

 

Auf der Fahrt in die Golanhöhen, einem anschließenden Spaziergang im Naturschutzgebiet rund um die Jordanquellen und durch die Ausgrabungen der antiken Stadt Dan konnte man die Seele baumeln lassen. Ein großer Kontrast zu dem Trubel bei einer Taufstelle im Jordan, wo sich viele Täuflinge aus der ganzen Welt in weißen Taufkleidern ins Wasser untertauchen ließen.

Weiter ging die Reise durch das Karmelgebirge zum Berg Muchraka und einem Karmeliterkloster. Hier befindet sich der Ort, an dem der Prophet Elia über die Priester des Baals triumphiert haben soll. Die große Hafenstadt Haifa mit ihrem Wahrzeichen, der goldenen Kuppel des Bahai-Schreins wurde gestreift. Die Bahai-Gärten, die sich an den Hang der Stadt schmiegen, waren ein wahrer Augenschmaus.

 

Als besonders Highlight der Reise gilt sicherlich der Besuch Jerusalems, der Hauptstadt der drei monotheistischen Weltreligionen. Vom Ölberg aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und bekommt einen ersten Eindruck von der Besonderheit dieses Fleckchens Erde. Jerusalem, die Hauptstadt Israels, die Stadt zeitlosen Glanzes und Hauptstadt Davids, ist auch heute noch von dem Mysterium der Passion und der Auferstehung erfüllt. Der Abstieg über den „Palmsonntag“-Prozessionsweg hinab zum Garten Gethsemane mit seinen jahrhunderte alten Olivenbäumen und der Gang über die Via Dolorosa, dem Leidensweg Jesu bis zur Grabeskirche, prägten sich ins Gedächtnis ein. Ein Abstecher nach Bethlehem mit dem Besuch der Geburtskirche Jesu rundete das vielfältige Programm ab.

 

Der letzte Tag der Reise war den wichtigsten Museen und der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem gewidmet. Durch die Besichtigung eines Modells Jerusalems zur Zeit Jesu und dem Besuch archäologischer Ausgrabungen in der Davidsstadt konnte man eine Vorstellung von den großen architektonischen Leistungen und der Schönheit des alten Jerusalems gewinnen. Dazu gehörte auch der abenteuerliche Gang durch ein 3000 Jahre altes Tunnelsystem, mit dem die Wasserversorgung Jerusalems sichergestellt worden war.

 

Zehn Tage lang hatte die Gruppe Gelegenheit, die Orte zu besuchen, die als Wurzeln der christlichen Religion bezeichnet werden können. Es war berührend, in Bethlehem die Geburtskirche kennen zu lernen, in Jerusalem auf der Via Dolorosa die Stationen des Leidensweges Jesu nachzugehen oder an der Klagemauer ein persönliches Gebet zu sprechen.

Doch nicht nur das Leben der Menschen vergangener Jahrhunderte war Thema der Reise. Aus den Gesprächen und Erzählungen des einheimischen Reiseleiters ebenso wie aus persönlicher Beobachtung lernten die Reiseteilnehmer auch das Leben unterschiedlicher Volksgruppen der Gegenwart in Israel kennen. So bummelten sie durch Wohngegenden orthodoxer Juden, genossen die Gastfreundschaft der Drusen in einem traditionellen Drusendorf und bekamen einen Eindruck vom Leben der palästinensischen Bevölkerung in den so genannten Autonomiegebieten. 

 

Mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen traten die Teilnehmer ihre Reise nach Israel an, ein Land, das gerade einmal so groß wie Hessen ist. Sie konnten auf dieser Reise nur einen kleinen Eindruck von der vieltausendjährigen Geschichte gewinnen und nur einen kleinen Teil der unterschiedlichen Landschaftsregionen kennen lernen. Das einhellige Urteil am Ende von zehn abwechslungs- und erlebnisreichen Tagen aller lautete jedoch: Israel ist ein tolles Land!

Raiffeisenbank Vogelsberg eG
BLZ: 50763319